Die Ausstellung „Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme. Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert“ greift alle zentralen Themen des Erinnerungsjahrs 2014 auf und wird international in mehr als 3.000 Exemplaren und zehn Sprachfassungen gezeigt. Das Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte und das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung brachten die erfolgreiche Ausstellung auch nach Graz, wo sie über ein Monat lang (bis 4. Dezember 2014) zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher anlockte oder einfach zum spontanen Schmökern einlud.
Die feierliche Ausstellungseröffnung fand am Donnerstag, 6. November 2014, um 17.00 Uhr im Resowi-Zentrum der Karl-Franzens-Universität Graz statt. Der Dekan der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Univ.-Prof. Dr. Thomas Foscht sprach dazu auch sehr persönliche Worte. Institutsvorstand Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner stellte in seinem Eröffnungsvortrag die wesentlichen Streiflichter der Ausstellung vor und wies auf teils noch unterbelichtete historische Ereignisse und ihre Auswirkungen hin. Die Ausstellung erzählt Europas 20. Jahrhundert als dramatische Geschichte zwischen Freiheit und Tyrannei, zwischen Demokratie und Diktatur. Sie lädt zu einer historischen Ortsbestimmung ein, zu der das Jahr 2014 herausfordert: 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal, 75 Jahre sind seit Beginn des Zweiten Weltkriegs vergangen, 25 Jahre seit den friedlichen Revolutionen und zehn Jahre seit der EU-Osterweiterung. Dazu Professor Stefan Karner: „Die Ausstellung zeigt sehr eindringlich, wie tief totalitäre Systeme in das Alltagsleben der Menschen einwirken und wie schwer sich gerade junge Menschen dem entziehen konnten. Außerdem wird dargestellt, wie oft demokratisch legitimierte Systeme in diktatorische kippen konnten."
Auf 26 Tafeln präsentierte die Ausstellung rund 190 zeithistorische Fotos sowie 24 historische Tondokumente, die mit internetfähigen Mobiltelefonen via QR-Codes abgerufen werden konnten. Autoren der Ausstellung sind der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte Prof. Dr. Andreas Wirsching und Dr. Petra Weber. Die vom Leipziger Grafiker Dr. Thomas Klemm gestaltete Ausstellung wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Institut für Zeitgeschichte und Deutschlandradio Kultur herausgegeben.
Das Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte bedankt sich bei allen Unterstützern und vor allem für das große Interesse der begeisterten Besucherinnen und Besucher!
Links:
Uni-Presseartikel zur Ausstellungseröffnung (07.11.2014)
Facebook-Eintrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (10.11.2014)