Über das Archiv

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Das Oral-History-Archiv Graz wurde im Jahre 1984 am damaligen Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte unter o.Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer begründet und vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung mit einer Laborantenstelle (Frau Sabine List, bis Ende 2013) ausgestattet. Heute ist das Archiv im 2. Stock des RESOWI-Gebäudes in den Räumen des Instituts für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte eingerichtet und wird von ao.Univ.-Prof. Dr. Peter Teibenbacher wissenschaftlich betreut. Es enthält eine Sammlung von Zeitzeugen-Interviews zur Zeitgeschichte Österreichs, vornehmlich der Steiermark, die ständig erweitert wird und gegenwärtig etwa 2.550 Interviews mit einer Dauer von rund 1 Stunde bis 20 Stunden umfasst. Der älteste Interviewpartner wurde 1888 geboren.

 

Die Sammlung bzw. die Interviewtätigkeit orientiert sich an vier verschiedenen Konzepten:

  • Im Konzept "Allgemeine Lebensläufe" werden Angehörige aller sozialen Schichten, von der Kammerzofe des letzten Kaisers (Karl I.) bis zu Politikern als Zeitzeugen zu ihrem Leben befragt. Diese Interviews sind komplett offen und narrativ.
  • Im Konzept "Soziale Gruppen" werden etwa Pflichtschullehrer, Handwerksmeister, Führungskräfte in Unternehmen oder die Bewohner einer Ortschaft zu ihren Lebenserfahrungen im spezifischen Lebensumfeld befragt. Hier findet eine Mischung aus Fragebogen-orientiertem und vertiefendem Interview mit offenen Fragen Anwendung.
  • Im Konzept "Perioden" werden bestimmte Phasen der Zeitgeschichte (etwa Wirtschaftskrisen und Aufschwünge) im Alltag der Befragten aus deren Erinnerungen rekonstruiert. In diesem Fall wird lediglich ein roher Fragekatalog angewendet, das Interview ist im Wesentlichen offen und narrativ.
  • Im Konzept "Spezielle Themen" werden bestimmte Inhalte des biographischen Alltages wie etwa Umweltverhalten, Sparverhalten, Freizeitkultur, Kindererziehung etc. oder spezielle Ereignisse aus dem subjektiven oder sozialen Leben wie Heiraten oder politische Wahlen etc. schwerpunktmäßig rekonstruiert. Das Interviewmodell benutzt eine Einstiegsfrage und ist in der Folge völlig offen und narrativ.

 

Zahlreiche Interviews sind bereits als Volltexte im WORD-Format transkribiert vorhanden (ca.1.100) und viele sind zudem im Archiv in ausgedruckter Form abgelegt. Die Transkriptionen enthalten keine Sprechpausen, Lautäußerungen oder Dialekte und wurden nach der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst. Die bereits transkribierten Interviews sind als mp3-Dateien digitalisiert ebenfalls verfügbar und können zum größten Teil nach ihren Inhalten (Gesprächsthemen) untersucht werden. Mit Hilfe der digitalisierten Aufnahmen ist es BenutzerInnen auch möglich, Text und Gesprochenes parallel am PC zu verfolgen, um auditive Qualitäten wie Betonungen, Stimmlage etc. oder etwa auch non-verbale Ausdrucksweisen im Zusammenhang mit bestimmten Textstellen erfassen zu können. Zudem wurden alle transkribierten Interviews mit thematischen Kategorien nach zeithistorischen Themenbereichen beschlagwortet sowie "kennzeichnende" Aussagen in einer zentralen Datei hervorgehoben.

 

Im OHA-WISOG Graz werden folgende Materialien angeboten:

  • Volltexte als Interview-Transkriptionen im WORD-Format
  • Audio-Kassetten bzw. digitalisierte Aufnahmen im mp3-Format

Das Oral-History-Archiv versteht sich als Ort der Bewahrung und als Serviceeinrichtung für die Forschung, das von Studierenden, WissenschaftlerInnen und all jenen, die sich für die Thematik interessieren, genutzt werden kann. Das Archiv umfasst Interviews, die von InstitutsmitarbeiterInnen oder StudentInnen durchgeführt wurden, ebenso aber auch zahlreiche Interviews, die im Rahmen von am Institut und vom Archiv betreuten Diplom- bzw. Masterarbeiten und Dissertationen sowie im Zuge von beratenden, auswärtigen Projekten gefertigt wurden.

 

Selbstverständlich fühlt sich das OHA-WISOG Graz dem Datenschutz verpflichtet. Exzerpte aus Interviews werden grundsätzlich anonym wiedergegeben, in Textstellen genannte Personen des öffentlichen Lebens werden ebenfalls anonymisiert, es sei denn, es liegen Bereitschaftserklärungen der InterviewpartnerInnen oder ihrer RechtsnachfolgerInnen bzw. der von ihnen genannten Personen bzw. ihrer RechtsnachfolgerInnen vor.

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